Black Thorn

Kapitel 6 - Teil 1

Ankunft in Kratas und alte Bekannte (Georg schreibt in sein Tagebuch)

Am 16. Tag unserer Reise zu den Delarisbergen erreichten wir Kratas die sogenannte Stadt der Dieb. Sie liegt auf dem halben Weg zu unserem Ziel, dem untergangenen Orkönigreich Karafat. Irgendwo dort soll ein Mann namens Ganagh der Querolant an der Erforschung der Ruinen arbeiten. Warum ausserhalb meiner Heimat alle möglichen Namensgeber und Orte sich wenig vertrauenserweckende Zusatznamen verdienen werde ich wohl nie verstehen. Aber seis drum.

Wir versteckten und verschnürten unsere Barschaft und betraten die Stadt. Sie ist, wie zu erwarten war, ein stinkender Haufen Unrat ähnlich wie der Marktplatz vor den Toren meiner schönen Heimat. Angeblich kann hier jeder alles kaufen. Vorausgesetzt natürlich, vorher wird einem nicht die Barschaft, die Ausrüstung oder das Leben genommen. Den Passionen sei dank, reise ich mit 3 recht kampferfahrenen Namensgebern und so blieben wir auf der Suche nach einer Herberge verschont. Argai hat dabei zwar freundlicherweise die Führung übernommen, aber leider unserer Wunsch nach Ruhe und einem sauberen Schlafplatz für die Nacht etwas missverstanden. Wir landeten also in einem Etablissement mit dem zutreffenden Namen “zerbrochener Krug”. Zum einen war es eine Schenke und keine Herberge und zum anderen musste ich feststellen das Sie dort keinen Tee ausschenken und die Umgangsformen etwas rustikal waren. Nunja nach einem riesigen Krug Bier fragten wir den Wirt nach einer Herberge und er rieht uns zur “kleinen Eiche” zu gehen. Einer sauberen Herberge die Ihm wohl auch gehört und wo Platz für unsere Reisegesandschaft zu finden sei. Überraschend nüchtern und mit argen Zweifeln die Versprechungen des Wirtes betreffend belastet machten wir uns auf zur kleinen Eiche. Dank meiner Weggenossen erreichten wir unser Ziel unbehelligt.

Wir übernachteten und am nächsten Morgen machten wir uns auf die Suche nach einer Informationsbörse oder Ähnlichem wo wir Informationen über Ganagh oder eine Reisemöglichkeit gen Westen zu finden hofften. Unterwegs trafen wir auf eine Windlingsfrau Namens Niala. Sie scheint mit Argai, Jorian und Elfe Deni bekannt zu sein und lud uns ein, bei Ihrer Auftraggeberin zwecks Anstellung zu einer lukrativen Arbeit vorstellig zu werden. Angesichts unserer kläglichen Mittel schienen wir von den Passionen gesegnet auf eine solche Gelegenheit zu treffen.

Die liquide Dame ist eine Troubadurest Namens Irele. Wir besuchten Sie und begannen die Verhandlungen. Hierbei erfuhren wir nicht nur einige weitere unbedeutende Details über das Orkkönigreich, nein wir konnten uns auch über unseren Auftrag einig werden. Für 30 SM pro Tag pro Namensgeber sollten wir Sie zu einem Ort Namens “die zerbrochenen Türme von TeKambras” begleiten.

Dem Tskranghaus Tekambras (auf T’Skrang: T’Kambras) für welches Irele arbeitet ist dort vor 500 Jahren einiges an Einfluss, Mitteln, Artefakten und vor allem Ihre Heimstatt abhanden gekommen. Zu dieser Zeit hatten sich ein anderes Tskranghaus in Bundschaft mit ein paar abscheulichen Theranern in den Kopf gesetzt, das Haus Tekambria nieder zu werfen und seine Mitglieder zu verskalven. Da dieses Vorhaben Erfolg hatte, wurde der zuvor benannte Schaden hierbei angerichtet. Irele wurde nun von den Überresten des Hauses Tekambras beauftragt wichtige Artefakte aus der alten Heimat, den zuvor genannten zerbrochenen Türmen, zu bergen. Wir sagten zu und verabredeten uns für den nächsten Morgen zum Aufbruch.

Am 18. Tag unserer Reise sammelten wir uns wie besprochen, um mit einer Karawane 2 Tag nach Osten zu einem Fluß namens Tylon zu reisen. Von dort aus sollte wir 2-3 Tage flussaufwärts bis zu den zerbrochenen Türmen fahren. Zu unserer eigenen Ausrüstung erhielten wir von Irele für Jeden zusätzlich noch 4 Boosterpotions, 2 Healingpotions, 2 Wundsalben und einen mittleren Leuchtkristall.

Ein Leuchtkristall ist ein höchstpraktisches Utensil. Schon zu Zeiten meines Studiums in Throal hat mir ein solcher Gegenstand nach ausführlich alchimistischen Studien in diversen feuchtfröhlichen Laboren in der Nähe der Tore, sicher heimgeleuchtet. Die Feldforschung bieten natürlich unendliche Möglichkeiten für einen Wissenschaftler, aber in Momenten wie diesen sehnte ich mich in die heimatlichen Stollen zurück. Die Reise verlief, bis auf einen Disput mit der Windlingsdame Niala über die Vorzüge eines fortschrittlichen Bibliothekswesens im Allgemeinen und der Sicherheit sowie der Effizienz des wissenschaftlichen Umgangs mit Magie im Besonderen, bis zu dem Ort Daiche am Fluss Tylon ereignislos.

In Daiche hielten wir uns 2 Tage auf um Irene Zeit zu geben die Vorbereitungen für unserer Weiterreise abzuschließen.

Am 22. Tag unserer Reise begannen wir unsere Fahrt den Fluß Tylon hinauf. Abends lagerten wir am Ufer und bemerkten ein paar Kreaturen namens Torhunde die uns beobachteten. Die Wesen können laut Hanna eine Schulterhöhe von fast 2m erreichen. Sie kamen aber nicht näher als 300 Schritte und so konnten wir in Ruhe schlafen.

Der 23. Tag verlief so wie der 22..

Gegen Mittag des 24. Tages erreichten wir unser Ziel. Die zerstörten Türme sind die Überreste einer Tskrangsiedlung vor einem riesigen Wasserfall. Argai und Jorian hielten es für besser rechtzeitig an Land zu gehen. Dort wo das Wasser noch ruhig ist. Prinzipiell halte auch ich ein solches Vorgehen für das Richtige. Nur hatten wir nicht mit dem zwar hübschen aber höchst gefährlichen Uferbewuchs gerechnet. Bei dem Versuch Jorians unser Boot mit Hilfe eines Wurfankers durch die Pflanzen an Land zu ziehen stürzte er ins Wasser und wurde sofort durch diese vielleicht sogar pervertierten Gewächse paralysiert. Mit letzter Kraft zog er uns heldenhaft an Land und bliebt dort bis zum nächsten Morgen liegen. Er wiegt immerhin soviel wie 500 Liter Wasser und ist leider nur in Gänze zu transportieren.

Am 25. Tag ließ die Paralyse in Jorian nach und wir konnten unsere Untersuchungen der Ruinen beginnen. Wir fingen mit dem kleinen Turm im Nordosten an, da wir davon ausgingen das mit Sicherheit die zuvor erfolgten Bergungsversuche anderer Interessenten im Hauptturm alle für eine erfolgreiche Suche unsererseits wichtigen Hinweise zerstörten.

Nachdem wir uns 4 Ebenen tief herunter gequält hatten fanden wir eine Art Wachstube. Diese war leider bis 5, 500 Jahre alte Silbermünzen leer. Eine Ebene tiefer konnten wir dann eine magisch verborgene Falltür entdecken. Ich öffnete sie und darunter befand sich ein Raum mit zwei Türöffnungen und wie sich nach eingehender Begutachtung feststellen ließ ein kleines, magisch verborgenes Fach in der Wand, Hierin fanden wir 10, 500 Jahre alte Goldmünzen. Von diesem Raum aus entschieden wir uns dem Weg zu folgen, welcher Richtung Hauptturm wies. Leider zeigte sich bald, das diese Tunnel in Ihrem Unterhaltungszustand sehr zu wünschen übrig ließen. Sie sind reichlich bevölkert mit Guhlen auf die wir dann auch bald trafen.

Als wir uns dann einer Mehrheit von an die 40 dieser Geschöpfe gegenüber sahen, beschloss Jorian anstatt sich dieser Übermacht zustellen, das hier die Vorsicht der bessere Teil der Tapferkeit ist und wir nach vorne hin durchbrechen und unser Heil in der Flucht suchen sollten. Gesagt getan. Mit Argai an der Spitze und Jorian als Rückendeckung entkamen wir.

Aber zu Guhlen ist eines zu sagen. Sie mögen ja tumb, langsam und wie Niala bemerkte sonnenlichtempflich sein, aber ihr Gift ist tödlich. Nach unserer Flucht mussten wir feststellen, das sowohl Hanna als auch Argai von den Guhlen vergiftet worden waren. Hanna stand an der Schwelle zur Anderswelt und konnte nur durch die sehr erfahren und sehr mächtige und sehr weise und sehr großmütige Windlingsdame, die das Guhlgift mit Magie neutralisierte, gerettet werden.

Memo an mich selbst: Windlinge können auch kundige Anwender der Arkanen Mächte sein, auch wenn man Ihnen wegen Ihrer Umgangsformen, die Arme und Beine ausrupfen möchte um zu sehen ob sich Ihre Fluglage dadurch ändert. Rein hypothetisch gesprochen/geschrieben versteht sich.

Wir schleppten uns also bis zu einem Tunnenabschnitt in dem offenbar die einfachsten Zauber zum Stoppen des Stollenwassers versagt hatten. Dank Jorian der mich bei meinem ersten Tauchversuch unterstützte, konnte aber auch ich dieses Hindernis überwinden. Nach dem Auftauchen beschlossen wir vor Ort zu rasten und uns auszuruhen um die weitere Suche mit frischen Kräften wieder aufnehmen zu können.

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Arrcena

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