Black Thorn

Kapitel 11

Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

Wir gönnten uns vier Tage Training, man könnte fast sagen Urlaub in Haven. Zumindest zu dem was wir sonst so erleben. Abends erzähle ich den Leuten gerne die Story wie wir den blutigen Clown besiegt haben und wie mein Schwert, der Horrorbluter, ihm den Todesstoß versetzt hat. Denie scheint es jedoch von Tag zu Tag schlechter zu gehen.

Wie sich heraus stellte lag es jedoch nicht an der Tatsache, dass wir unserem Ziel so nah, uns plötzlich auf der anderen Seite von Barsaive, in Parlainth, wiederfanden. Was sie mehr bewegte war der dunkle Schatten der sich über unsere Gruppe gelegt hatte. Ein Schatten aus Misstrauen und Furcht der uns wie eine unsichtbare Klaue fest in ihren Händen hielt. Eine Tatsäche die sich nicht von der Hand weisen ließ. Schon längere Zeit reisten wir mehr nebeneinander her als miteinander.

Zurückblickend betrachtet war es gut für diese Wesen sich auszusprechen. Für einen Troll wie mich, naja, vielleicht ist es gut wenn man mit ihnen auskommen muss. Bestimmt sogar, aber es fühlte sich nicht ehrenhaft an. Hatte aber auch nichts von der schändlichen Schmach etwas unehrenhaftes zu begehen. Sehr merkwürdig so ein Gespräch, zumindest kann ich von mir behaupten, dass ich mich wieder überzeugter in einen Kampf stürzen kann. Ich denke das gilt für uns alle.

Wir tauschten uns über unsere Beweggründe aus, über unsere offenen Verbindlichkeiten und schwören uns gegenseitig dabei zu helfen. Wir legten offen wie stark der Einfluss der Dolche bereits auf die verschiedenen Gruppenmitglieder war. (Dolchthreads: Denie 3, Ven’Dahlian 3, Georg 1, Lundrog 0) Einige andere delikate Geheimnisse offenbarten sich ebenfalls. Seit ihrer Folterung ist Denie von der Droge White Mercy abhängig. Ihren eigenen Aussagen entsprechend ist sie bereits auf einen langsamen Entzug.

Am Morgen danach besorgten wir uns noch einen neuen Leuchtstein für Denie und Wachs für die Ohren. Ein Hilfsmittel was uns hoffentlich gegen diesen schrecklichen Brunnen hilft. Unterwegs zum Labor entdeckten wir Scurries, so nannte George diese merkwürdigen Kreaturen jedenfalls. Früher einmal Zwerge wurden sie durch Horror verformt, wahrscheinlich nicht nur körperlich. Wir entdeckten sie dabei wie sie eine der entschärften Fallen wieder herrichteten. Eine mehr als interessante Information. Ich weiss jetzt bei wem ich mich für meine neuen Narben bedanken kann.

Am Brunnen kamen wir ohne Probleme vorbei, er reagierte diesmal gar nicht. Als wir auf die süd-westliche Magistrale einbogen kam uns jedoch eine seltsame Gestalt entgegen. Mutig waffnete ich mich natürlich für einen möglichen Kampf. Meine Gruppe jedoch verschwand spurlos hinter meinem Rücken. Verblüfft von der Tatsache, dass ich plötzlich ohne Begleitung war und mir der Wind zuflüsterte, dass ich mich verstecken soll, erreichte mich diese Person noch bevor ich die Lage analysieren konnte. Es handelte sich jedoch um einen offensichtlich harmlosen Reisenden. Ein Kästchen unterm Arm und einen Buckel auf dem Rücken schickte ich ihn weiter seines Weges. Ein armes abgemärgeltes Ding sollte man nicht ohne Grund mit dem Horrorbluter abschlachten. Darin liegt nun wahrlich keine Ehre.

Bei der angegebenen Position in Parlainth angekommen entdeckten wir Recht schnell einen Eingang in die Unterwelt, einen langen Gang. Schnell stellte sich heraus, dass es sich lediglich um einen Rundgang mit einigen leeren Räumen handelte. Georg und Ven’Dahlian tuschelten etwas von “Magie im Spiel” und ehe wir uns versahen flog der kleine Mensch von unter dem Berge durch die Luft und zwar unter der Erde. Er rappelte sich wieder auf, klopfte sich den Staub von seiner Kleidung und nickte uns zu. Um anschließend zu verkünden, dass wir die Rundreise nochmal bestreiten sollten. Ich hielt ihn erst für wirr, schließlich tropfte auch Blut aus seiner Nase. Aber der Rest stimmte ihm zu.

Da uns Jorian hier unten führte, legte ich keinen Einspruch ein sondern folgte. Sie sollten Recht behalten, wir fanden einige andere Räume, diesmal auch eine Juwelen besetzte Tür. Die Stimme in Georgs Kopf half uns sie zu öffnen. Dahinter fanden wir eine Schleuse mit Leichen verstorbener Abenteurer. Dieses Labor ist offensichtlich mit Fallen gesichert die für einige ein ungutes Ende nahmen. Denie reagierte recht pragmatisch und sammelte die nützlichen Gegenstände unserer verblichenen Kollegen ein. Im Labor fanden wir eine geheime Bibliothek mit wertvollen Büchern wie sich hinterher rausstellen sollte.

Das Ziel unserer Suche sollte ein Edelstein sein. Wem er gehört und wozu er gut ist, bleibt mir jedoch unbekannt. Von unserem Erfolg getragen beschlossen wir nach weiteren Schätzen ausschau zu halten, stellten jedoch sofort fest warum es eine dumme Idee ist gierig zu sein. Schon die nächste Ecke barg eine Horde Untoter. Ein fairer Kampf war bei dieser Übermacht kaum möglich und so beschlossen wir den Rückzug. Jorian und ich versuchten der Gruppe soviel Zeit wie möglich zur Flucht zu verschaffen.

Was uns letzten Endes auch gelang. Wir erreichten Haven am nächsten Tag und nach ein paar erholsamen Schläfchen, konnte ich den örtlichem Volk neue Geschichten von Lundrog und dem Horrerbluter erzählen. Die Gruppe beratschlagte mit Aina die Preise der Bücher. Georg schien über den Ausgang sehr erfreut. Zumindest war er nach den Verhandlungen mit Aina sehr angeheitert. (Georg erfährt, dass er einen Gehirnwurm hat). Nach einer Woche Ruhe brachen wir nach Sirtis auf. Den eine Windlingsdame namens Niallia teilte uns mit, dass wir vom Orakel in Sirtis erwartet werden. Das war ein merkwürdiges Treffen. Das T’skrang Mädchen verdrehte die Augen und murmelte einige merkwürdige Sätze die ich bei bestem Willen nicht verstanden habe.

Nun sitzen wir hier im Wirtshaus und die Gruppe unterhält sich mit alten Bekannten.

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Arrcena

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